Vorstellung Philipp Hammelstein
Auf dieser Seite möchte ich Ihnen meinen beruflichen, d.h. wissenschaftlichen und therapeutischen Werdegang darstellen. Mein Studium an der Universität zu Köln schloss ich 1998 mit einer Diplomarbeit zur Frage ab, wie homosexuelle Männer die Diagnose „HIV-positiv“ verarbeiten. Ich blieb dann zunächst bei dem Thema Krankheits- und Diagnoseverarbeitung und arbeitete im Anschluss an meinem Diplom an der Uniklinik Aachen in einem Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hatte, günstige und ungünstige Formen der Krankheitsverarbeitung von Patientinnen mit Brustkrebs zu unterscheiden.
Im Jahr 2000 erhielt ich die Möglichkeit, an die Universität Heidelberg zu wechseln. Dort arbeitete ich zum einen auf der Psychotherapiestation der Psychiatrischen Universitätsklinik und zum anderen erhielt ich ein Promotionsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Meine Promotion, die eingebettet war in das Graduiertenkolleg „Klinische Emotionsforschung“, befasste sich mit der Art und Weise, wie depressive Patientinnen und Patienten ihre eigene Biographie betrachten. Ziel war es, herauszufinden, ob an Depressionen leidende Menschen Brüche in ihren Lebensthemen aufweisen. Mein Doktorvater, von dem ich die Liebe zu komplexen und integrativen Theorien übernommen habe, war Professor Peter Fiedler.
Parallel zu meiner wissenschaftlichen Tätigkeit absolvierte ich die Weiterbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten bei der Deutschen Gesellschaft für Verhaltenstherapie (dgvt), die ich im Jahr 2002 mit dem Staatsexamen abschloss.
Nach knapp drei Jahren zog es mich zurück ins Rheinland, auch wenn es zunächst die Stadt Düsseldorf war, an der ich mein Domizil aufschlug (wobei ich rasch wieder die Domstadt als meinen Wohnort wählte). Ich arbeitete an der Psychotherapeutischen Institutsambulanz des Psychologischen Instituts der Universität Düsseldorf als psychotherapeutischer und wissenschaftlicher Assistent. Aus Heidelberg hatte ich ein Forschungsthema mitgenommen, was einiges Interesse der Medien nach sich zog: in der Klinik lernte ich meinen ersten Patienten kennen, der an „Paruresis“, einer psychisch bedingten Urinationshemmung, litt (Link: http://www.mediport-online.de/pdf/paruresis.pdf). Ich bemühte mich um Forschungsgelder und erreichte es, dass die Deutsche Forschungsgemeinschaft ein Forschungsprojekt förderte, das die Wirksamkeit eines verhaltenstherapeutischen Behandlungsansatzes für eben diese Problematik prüfte. Das Behandlungskonzept erwies sich als wirksam zur Behandlung der Paruresis. Mittlerweile ist die Problematik in der deutschen Presse aufgenommen worden und immer mehr Patienten wissen, dass es eine weit verbreitete Problematik ist, für die es Hilfe gibt (z.B. das Selbsthilfebuch).
Zur gleichen Zeit bemerkte ich in meiner therapeutischen Arbeit, dass mir gerade für Klientinnen und Klienten, die eher diffuse Schwierigkeiten aufweisen bzw. eher mit Schwierigkeiten in der Beziehungsgestaltung in die Behandlung kommen, die Verhaltenstherapie nicht ausreicht. Ich begann eine Weiterbildung zur Klärungsorientierten Psychotherapie am Institut für Psychologische Psychotherapie bei Prof. Rainer Sachse (IPP). Rainer Sachse eröffnete mir neue und hervorragende Möglichkeiten, menschlichen Themen zu begegnen.
Während sich mir dank der Weiterbildung neue therapeutische Zugänge boten, veränderte sich auch mein Forschungsschwerpunkt. Mich interessierte stärker das Zusammenspiel verschiedenster psychischer Prozesse. So beschäftigte ich mich über mehrere Jahre mit der Frage, welche Rolle das Bedürfnis nach Stimulation für psychische Störungen, aber eben auch für menschliche Ressourcen und Stärken spielt. Hierzu gab ich gemeinsam mit PD Dr. Marcus Roth von der Universität Leipzig ein Buch heraus („Sensation Seeking“) und habilitierte mich einige Jahre später an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zu diesem Themenbereich und erwarb damit das Recht, das Fach Psychologie an der Universität zu lehren (venia legendi).
Zwei Projekte haben mich in den letzten zwei Jahren an der Universität Düsseldorf noch beschäftigt, bevor ich mich entschloss, mich in eigener Praxis niederzulassen. Das eine Projekt war die Herausgabe eines Lehrbuchs zur „Gesundheitspsychologie“, das ich gemeinsam mit PD Dr. Babette Renneberg von der FU Berlin unternahm. Die Arbeit mit Babette Renneberg an der Frage, wie man einen Lebensstil fördern kann, der zugleich vor Krankheit schützt und die Gesundheit aufrecht erhält, war eine Herausforderung und hat mir zugleich große Freude bereitet. Hier fand ich Anknüpfungen zu meinen sexualwissenschaftlichen Fragestellungen wie z.B. Sexuelles Risikoverhalten oder die Besonderheit homosexueller Lebenswelten. Das zweite Projekt unternahm ich gemeinsam mit meinem Düsseldorfer Kollegen Ronald Schneider im Auftrag von Prof. Reinhard Pietrowsky. Es ging darum, die Düsseldorfer Psychotherapeutische Institutsambulanz (vormals „Verhaltenstherapeutische Einrichtung“), die über die letzten zehn Jahre zunehmend gewachsen war, in der Patientenversorgung und der Qualitätssicherung, den Arbeitsabläufen und der Supervision von Psychologischen Psychotherapeuten zu optimieren. Die Arbeit mit Ron Schneider war sehr befruchtend auch gerade für meine jetzige Arbeit in freier Praxis.
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Und hier nochmals die Eckdaten meines beruflichen Werdegangs in Kürze
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